Röntgenwarnung für Schwangere.

Sehr überrascht zeigten sich Zahnärzte der University of Washington in Seattle von den Ergebnissen ihrer Untersuchung an 4500 Schwangeren. Frauen, deren Kopf während der Schwangerschaft wegen einer Zahnbehandlung geröntgt werden musste, brachten dreimal häufiger ein Baby mit auffallend geringem Geburtsgewicht (2,5 Kilogramm und weniger) zur Welt. Man habe keine schlüssige Erklärung für dieses Phänomen, sagte Studienleiter Philippe Hujoel. Ob die geringe Röntgenstrahlung die Schilddrüse oder die Neurohormone beeinträchtigen könne, sei ungewiss. Die vorläufige Empfehlung lautet, Röntgenuntersuchungen des Kopfes, die nicht dringend sind, erst nach der Geburt vorzunehmen (Jama, Bd. 291, S. 1987).

Einsteins stille Zeugin.

Sie gilt als Einsteins letzte Geliebte: Johanna Fantova, gebürtige Tschechin und ab 1944 in der Firestone-Bibliothek der Princeton-Universität tätig, an der Einstein lehrte. Jetzt wurde in ihrer Personalakte ein 62 Seiten starkes Tagebuch entdeckt, in dem sie die menschliche Seite des in die Jahre gekommenen Nobelpreisträgers beschreibt - seine Sorge um Papagei Bibo, den Einstein für depressiv hielt und mit Witzen aufzuheitern versuchte, sein Abscheu vor ungebetenen Gästen, die er mit simulierten Krankheiten abzuwimmeln versuchte, und seine Selbsteinschätzung als Elefanten-Natur, an der jede Kritik abpralle. Außerdem vertraute er seiner 22 Jahre jüngeren Freundin an: "Ich bin ein völlig isolierter Mensch, und obwohl mich jeder kennt, gibt es nur wenige Leute, die mich wirklich kennen."

Gläsernes Pillenregister.

Ab dem 1. Mai werden alle Medikamentenstudien von Pharmaunternehmen in Europa zentral erfasst. Auf diesen Datenschatz sollten Patienten und Forscher zunächst keinen Zugriff haben (ZEIT Nr. 18/04). Jetzt hat die European Agency for the Evaluation of Medicinal Products (EMEA) offenbar ein Einsehen. Im Rahmen der Novellierung des europäischen Arzneimittelrechts, heißt es aus der Londoner Behörde, wäre auch ein öffentlich zugänglicher Datenbankteil über die klinischen Studien denkbar. Entscheidend sei allerdings, ob sich die Europäische Kommission - in Abstimmung mit den Mitgliedsstaaten - zu so viel Offenheit durchringen könne. Hoffentlich!

Alarm im Nest.