Amerikanische Gesetzgeber wollen jetzt der jüngsten Plage des Internet-Zeitalters Herr werden: So genannte Spyware, Spionageprogramme, droht nämlich zu einem ähnlichen Problem heranzuwachsen wie bereits die Flut unerwünschter Werbesendungen per E-Mail. Die meisten Opfer der neuen Technik wissen nicht einmal von ihr. Spionageprogramme installieren sich selbstständig beim Besuch bestimmter Webseiten oder bei der Installation von Programmen, lassen fortan unangemeldete Werbefenster auf dem Bildschirm erscheinen und überwachen sogar die Internet-Aktivitäten ihrer "Opfer". Das ermöglicht eine besonders gezielte Kundenansprache.

Zum Schutz der Privatsphäre seiner Einwohner hatte der US-Bundesstaat Utah bereits im März ein Gesetz gegen solche Software erlassen - nur ist Utah eben ein kleiner Staat und kann sich kaum allein durchsetzen. Jetzt planen Kalifornien, Iowa und Virginia ähnliche Verbote, und eine Hand voll Kongressmitglieder will einen Gesetzesvorschlag namens Spyblock in Washington durchsetzen. Demnach soll Spyware künftig den Benutzer warnen und um Erlaubnis fragen, bevor sie sich auf einem Computer installiert.

Zunächst werden sich allerdings die Lobbyisten eine Schlacht liefern. Neben Datenschutzaktivisten und Bürgerrechtsgruppen steht der Hardware-Hersteller Dell auf der Seite der Befürworter härterer Gesetze - weil Spyware manchen Computer langsamer laufen lässt und bei Dell die Kundendiensttelefone nicht mehr still stehen. Gegen härtere Gesetze oder zumindest für behutsame Regelungen haben sich Firmen wie America Online, Amazon, Microsoft, Google und Yahoo! ausgesprochen. Alles Unternehmen, die sich für die Zukunft auf besonders zielgerichtete Werbung gefreut haben.