Schlacke ist laut Duden ein „Rückstand beim Verbrennen, bes. von Koks“ – und so etwas liegt im menschlichen Körper nicht herum. Auch die anderen Abfallprodukte und Giftstoffe, die bei unserem Stoffwechsel übrig bleiben, werden gewöhnlich zuverlässig von Niere und Darm abtransportiert. Und es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass man etwa durch Fasten zusätzliche Schadstoffe aus dem Körper ausscheiden könnte. Über den Sinn von Fastenkuren soll an dieser Stelle nicht diskutiert werden – Ernährungswissenschaftler warnen immer wieder vor den Gefahren der absoluten Nulldiät. Deren Beliebtheit lässt sich unter anderem dadurch erklären, dass der aufgrund des Nahrungsentzugs in Panik geratene Körper verstärkt Endorphine ausschüttet, die durchaus berauschend wirken können. Und weil der Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht gerät und der Körper übersäuert, riechen auch die Ausdünstungen anders. Fastende neigen zum Stinken – und vielleicht halten sie diesen Geruch für ein Ergebnis der „Schlacken“, deren sich der Körper angeblich entledigt. Christoph Drösser

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