Theater Die Global PlayerSeite 2/2
Für diese These spricht viel. Die europäischen Festivals, die nach dem Krieg gegründet wurden, lebten von der Idee der Öffnung, sie wollten die erzwungene Abschottung beenden. Die siebziger Jahre waren beflügelt von der Vision einer fröhlichen Internationalität – Kultur ohne Grenzen. In den Achtzigern und Neunzigern wurden die Festivals immer stärker vom Event-Rummel erfasst; es war die Zeit, in der überall Kulturpolitiker, Tourismus-Experten und City-Animateure Strategien zur Standortoptimierung ausheckten. Heute hat sich das Selbstverständnis der Kultur im politisch-globalen Kräftefeld neu formiert. Je enger die Wirtschaftsräume sich weltweit vernetzen, desto eigensinniger bezieht sich Kultur wieder auf den regionalen Raum. „Dieser gegenläufige Prozess“, davon ist Marie Zimmermann überzeugt, „wird die Festivalidee prägen.“
Global suchen, lokal verstehen. Festivalmacher sind Jäger und Manager, Europäer und Internationalisten – nun müssen sie auch noch Dialektiker sein.
- Datum 06.05.2004 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 06.05.2004 Nr.20
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