Mütter Muss das sein?

Sechs Monate nach der Entbindung saß ich wieder am Schreibtisch, Vollzeit. Da stellen sich schon ein paar kritische Fragen. Ein Selbstgespräch

Frau Mayer, sind Sie eine gute Mutter?

O je. Fragen Sie die Jungs. Sagen wir – lieber in 20 Jahren…

Haben Sie Zweifel?

Ich habe Zweifel, dass sich alle möglichen Leute dafür interessieren sollten, ob ich meinen Mutterjob gut mache. Haben Sie schon mal den flotten Kollegen gefragt, ob er »ein guter Single« ist? Tatsache ist: Sie leben mit den Kindern, und manchmal gelingt uns das besser, und manchmal würden wir die eine oder andere Szene unseres Alltagslebens gerne wiederholen, für eine kleine Korrektur.

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Was würden Sie korrigieren?

Na ja, zum Beispiel diesen Tanz in den üblichen Stresssituationen. Wenn die Szenerie mal wieder ein Saustall ist oder jemand gnadenlos vergisst einzukaufen oder die Wäsche schon zwei Tage unaufgehängt im Keller modert. Dann wäre in der korrigierten Version des Lebens schallendes Lachen zu hören statt dieses hysterische Kreischen. Was jedoch in Wahrheit zählt und bleibt, ist nicht der mühselige Alltagskram, sondern ob man dem Leben mit Neugier und Begeisterung, mit Großzügigkeit begegnet – und da hätten unsere Kinder oft Grund, an uns zu verzweifeln…

Sie sind schon wenige Monate nach der Geburt Ihres ersten Sohnes wieder an den Schreibtisch in der ZEIT-Redaktion zurückgekehrt. Finden Sie das heute noch richtig?

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