Die Gefahr steckt in kleinen Flaschen. Sie ist bunt, süß, hat den Alkoholgehalt von bis zu zwei Schnäpsen und trägt so schöne Namen wie Bacardi Rigo, Smirnoff Ice oder Puschkin Vibe. Jetzt hat der Bundestag den Kampf gegen sie aufgenommen und beschloss Ende vergangener Woche das "Gesetz zur Verbesserung des Schutzes junger Menschen vor Gefahren des Alkoholkonsums".

In sechs Wochen werden so genannte Alcopops etwa 84 Cent pro Flasche mehr kosten - am Kiosk entspricht dies einer Preiserhöhung um knapp die Hälfte.

Damit sollen vor allem Minderjährige abgeschreckt werden, die mit Alcopops immer früher harte Spirituosen trinken. Diese sind für sie zwar ohnehin verboten, doch daran stört sich kaum jemand - die Jugendlichen nicht und auch nicht jene, die ihnen die modischen Drinks verkaufen.

Steuern hoch, Alcopops-Konsum runter, Problem gelöst - so lautet das Kalkül.

Doch leider ist es viel zu simpel, um der Realität gerecht zu werden. Denn das Risiko sind nicht allein Alcopops, es ist der Alkoholkonsum insgesamt.

Wahrscheinlich erinnert sich noch jeder Erwachsene gut an seine eigene Jugend und daran, wie gern er Wodka-O oder Cola-Korn selbst zusammengekippt hat.

Auch hier dienten Saft und Limonade in erster Linie dazu, den von Natur aus bitteren Geschmack des Alkohols zu überdecken. Genau wie damals geht es heute vor allem um Trinken und Betrinken. Der Unterschied zu früher besteht lediglich darin, dass Jugendliche ihre Drinks nun nicht mehr selbst mischen müssen und mit der Flasche ein deutlich erkennbares Markenprodukt in der Hand halten, das sie gewissermaßen als Erwachsene ausweist.