Bundespräsidentenwahl Die Wahl ist frei bis zum SchlussSeite 3/3

Der Schaden, den die Küchenkungelei der beiden Parteivorsitzenden angerichtet hat, ließe sich wohl nur noch durch ein selbstbewusstes Votum der Bundesversammlung reparieren. Auch für diejenigen Mitglieder, die von den persönlichen und sachlichen Vorzügen einer klugen, hoch engagierten, unabhängig denkenden, ihrer Partei gegenüber eigenwillig auftretenden Universitätspräsidentin nicht von vornherein überzeugt sind, steht die Integrität eines Verfahrens und einer Institution auf dem Spiel. Die Bundesversammlung setzt sich aus Mitgliedern des Bundestages, aus Abgeordneten aller Landtage und aus Vertretern des öffentlichen Lebens zusammen. Sie repräsentiert die Gesellschaft im Ganzen und tritt alle fünf Jahre allein zum Zweck der Wahl des Bundespräsidenten zusammen. Soll sich dieses Wahlgremium durch den Machtpoker einer kleinen Klientelpartei in der einzigen Entscheidung, die es treffen kann, präjudizieren lassen?

Soll der Schwanz mit dem Hund wackeln? Noch habe ich die Hoffnung, dass die Bundesversammlung nicht in dieser Weise auf den Hund kommt.

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Der Autor war 1994 auf Vorschlag der hessischen SPD Mitglied der Bundesversammlung

 
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