Bei seinen ohnehin schwierigen regierungsinternen Verhandlungen über den Bundeshaushalt 2005 leidet Finanzminister Hans Eichel unter einem besonderen Handicap. Sein wichtigster Unterhändler, der Haushaltsstaatssekretär Manfred Overhaus, geht Ende Juni in den Ruhestand - wenige Tage nach der Verabschiedung des Etat-Entwurfs im Bundeskabinett. Wegen seiner kühlen und hartnäckigen Verhandlungsführung ist der Staatssekretär sogar bei Ministern gefürchtet. Doch dieses Mal - so ein anderer Spitzenbeamter des Finanzministeriums - ist der Etatfachmann, der schon Eichels Vorgängern Theo Waigel (CSU) und Oskar Lafontaine (SPD) als Staatssekretär diente, "spieltheoretisch im Nachteil": Weil er demnächst geht, kann er seine Widersacher nicht mehr zu Zugeständnissen verlocken, indem er ihnen Versprechungen für die Zukunft macht. Overhaus' Nachfolge ist noch nicht geregelt. Hoffnung auf den Posten machen sich der Chef von Eichels Planungsstab, Werner Gatzer, der früher in der Haushaltsabteilung gearbeitet hat, und der jetzige Leiter der Haushaltsabteilung, Gerd Ehlers.