Es war einmal...

Kronprinz Frederik und die bürgerliche Mary haben geheiratet – Liebe ist prinzipiell immer eine märchenhafte Wahl

Es war einmal...eine junge und attraktive Frau, die in einer bürgerlichen Familie auf einer kleinen tasmanischen Insel aufwuchs. Sie studierte Rechtswissenschaften, besaß eine makellose Vergangenheit und arbeitete als Marketing-Expertin. Eines Tages, während der Olympiade, traf sie in einer Bar einen jungen Mann aus Dänemark – einen Kronprinzen. Sie verliebten sich, doch ihre Liebe blieb geheim. Erst nach drei Jahren gaben sie bekannt, dass sie heiraten werden. Wenn sie sich am 14. Mai 2004 das Jawort geben, werden ihr Volk und die Medien sie lieben. „Kronprinz Frederik und Mary Donaldson“ werden dann Teil der europäischen Adelsgeschichte.

Es war einmal...eine junge und attraktive Spanierin, die aus gutem bürgerlichem Hause stammte. Sie war sehr ehrgeizig und wurde für ihre Arbeit als Journalistin beim staatlichen Fernsehen preisgekrönt. Eine kurze Ehe mit einem Literaturdozenten hielt nur ein Jahr. Eines Tages lernte sie bei einer Reportage über einen gesunkenen Öltanker einen jungen, gutaussehenden Mann kennen – einen Kronprinzen. Dieser war sehr beeindruckt von ihr. Doch sie mussten erst seine Familie und sein Volk von ihrer Liebe sowie den royalen Qualitäten der zukünftigen Prinzessin überzeugen. Aufgrund von vergangenen Terroranschlägen wird die Zeremonie am 22. Mai 2004 bescheidener als geplant ausfallen. Doch in die Geschichte geht die „Jahrhunderthochzeit von Kronprinz Felipe und Letizia Ortiz“ trotzdem ein.

Es war einmal...eine junge und sympathische Frau, die aus gutem niederländischem Hause stammte. Sie liebte das Fliegen und arbeite für eine Stiftung. Irgendwann freundete sie sich mit einem Amsterdamer Unterweltboss an, der später erschossen wurde. Eines Tages stellte ihr eine Prinzessin deren erfolgreichen Schwager vor – einen Prinzen. Doch ihre Liebe wurde schnell auf eine Probe gestellt. Die Frau versuchte ihre Vergangenheit zu verschleiern, denn die Familie ihres Zukünftigen und das Abgeordnetenhaus mussten der Hochzeit zustimmen. Doch der Prinz liebte sie dennoch und verzichtete für sie auf seinen Anspruch auf die Thronfolge. Ihre Hochzeit wurde von der Öffentlichkeit zwar akzeptiert, aber das Volk liebt seinen Bruder, der 2002 eine argentinische Investmentexpertin heiratete. „Prinz Johan Friso und Mabel Wisse Smit“ leben, fern von „Prinz Willem-Alexander und Maxima“, in London.

Was kann man aus diesen wahrgewordenen Märchengeschichten lernen? Dass es immer noch moderne Aschenputtel unter uns gibt? Dass eine makellose Vergangenheit und ein makelloser Teint helfen, einen aristokratischen Traumprinzen zu beeindrucken? Oder aber wahre Liebe Gangsterbosse, Scheidungen, uneheliche Kinder, Sprachbarrieren und Standesunterschiede überstehen kann? Kann sein. Vielleicht haben sich die modernen Prinzen auch verbündet und rebellieren gemeinsam - aber jeder im eigenen Land - gegen Familie und Tradition, indem sie loyale den royalen Damen vorziehen? Fakt ist auf jeden Fall, dass nicht nur auserwählte Frauen sich durch Liebeshochzeiten mit Blaublütlern an ein Leben zwischen Knicks, Königskrone und Kameras gewöhnen müssen. Nein, auch für Männer besteht die Aussicht – wie Aschenputtel – als Phönix aus der bürgerlichen Asche aufzustehen und eine Adlige zu ehelichen. Zum Beispiel wie die Schwestern von Kronprinz Felipe von Spanien, die sich beide mit Männern aus dem Volk vermählten: Elena lebt glücklich mit einem Bankier und Cristina liebt einen Handballer. So besteht auch für Herren die Hoffnung, ein hoffähiges Leben wie Prinz Haakon von Norwegen leben zu können.

 
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