Ab 8 Jahren Wer, was, wann, wo?

Eine spannende Abenteuergeschichte aus Australien

Mein erstes Buch war unglaublich erfolgreich. Die ganze Auflage verkauft – alle elf Exemplare! (Das ist allerdings eine Lüge. Ich habe sie verschenkt.)“ Verkauft oder verschenkt, für Henni war es jedenfalls ein großer Spaß, ihre Erlebnisse in Stellastraße 45 + 47 aufzuschreiben. Nun sitzt sie wieder am Computer und erzählt auf ihre unverwechselbar frische Art, was den Bewohnern der Stellastraße – sieben Erwachsene, fünf Kinder und Brikett, der nimmersatte Hund – in den hochsommerlichen Weihnachtsferien mitten in der australischen Wüste geschah.

Dass sie gemeinsam eine Reise machen wollen, ist klar, aber es dauert eine Weile, bis sie sich geeinigt haben – wie und wohin. Schließlich ist es die hochschwangere Donna, die sich etwas wünschen darf. „Ich will in die Wildnis. Ich möchte an einen wunderschönen, friedlichen Ort, an den ich zurückdenken kann, wenn ich nachts aufstehe, um mein schreiendes Baby zu füttern.“ Glückliches Australien, wo es noch friedliche Orte in der Wildnis gibt! Doch gemach! Denn so idyllisch werden die Ferien – der Leser ahnt es – dann doch nicht, obwohl der Platz, den der alte Wildhüter Jim ausgesucht hat, zunächst ideal erscheint. „Durch die alten Gummibäume erblickten wir eine breite Flussbiegung. Das Wasser plätscherte über sonnengewärmte Steine. Flussabwärts bildete ein Ring aus größeren Steinen eine Art Schwimmbecken und am anderen Ufer ragte ein wunderbar dichter Wald empor…“

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„,Großartig!‘ sagte Rob. Dann probierte er sein Handy aus. Nichts. Die Außenwelt war verschwunden.“ Das denken jedenfalls die begeisterten Mitglieder der Stellastraßen-Sippe, doch bald holt sie die Welt ein. Als Erstes taucht – zum Entsetzen der Kinder – Donnas Schützling Clay, genannt Kippe, auf, den niemand außer der Sozialarbeiterin Donna leiden kann, dann passieren die unglaublichsten Abenteuer, die in einer gefährlichen Konfrontation der Kinder mit einem brutalen Sägewerkbesitzer gipfeln, der den kostbaren, geschützten Schwarzholzakazienwald abholzen will.

Ja doch, ein bisschen Umweltschutz darf schon sein. Und wenn die Botschaft hinter so nachfühlbarer Erlebnisfreude verborgen bleibt, verzeihen wir das der Autorin gerne, zumal ihre besondere Stärke, die temperamentvollen, den Kindern abgelauschten Dialoge und der witzige Erzählton, jeden Verdacht auf pädagogische Absicht im Keime erstickt. Gäbe es mehr Abenteuerbücher wie diese spannende Geschichte aus Australien, man müsste sich kaum Sorgen um die Leselust der Jugend machen.

Ein wilder Sommer am FlussRomanKinder- und Jugendbuch8englischAus dem Englischen von Heike Brandt; mit Bildern von Elisabeth HoneyElisabeth HoneyBuchBeltz & Gelberg2004Weinheim12,90204Heike Brandt
 
  • Quelle (c) DIE ZEIT 13.05.2004 Nr.21
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  • Schlagworte Wildnis | Reise | Australien | Literatur | Umweltschutz | Kinder
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