Spaniens Kino ging es schon mal besser. Verirren sich heute gerade mal 140 Millionen Spanier pro Jahr vor die Leinwände, um etwa den neuen Pedro Almodóvar zu sehen, so waren es in den Sechzigern mehr als 400 Millionen. Das muss sich ändern, befindet die neue sozialistische Kulturministerin Carmen Calvo - und holt sich das Rezept dafür auf der anderen Seite der Pyrenäen.

Frankreich arbeitet mit gesetzlich vorgeschriebenen Quoten. Der französische Film sichert sich so über 40 Prozent Marktanteil, der spanische erreicht gerade einmal 11 Prozent. Aus der französischen "exception culturelle" soll darum, hat Ministerin Calvo beschlossen, schleunigst eine spanische "excepción cultural" werden, vom Kleinverlagswesen über den Film bis zur Internet-Kunst. Denn auf Kultur, sagt die Sozialistin, habe jedermann ein Anrecht, das sei kein beliebiges Konsumgut.