Pablo Picasso behauptete, er sei als 18-Jähriger technisch so gut wie Raffael gewesen, und er fügte hinzu, den Rest seines Lebens gebraucht zu haben, um wie ein Kind malen zu lernen. Für seine Töchter reichte das nicht aus. Um sie bei Laune zu halten, musste Papi Picasso aus Holzscheiten kleine Puppen zaubern und aus Papier die große Welt. Auch Paul Klee stellte seine Kunst in den Dienst des Kindes. Seinen Sohn Felix überraschte er zu jedem Geburtstag mit unschönen Handpuppen, und im Katalog zur Ausstellung Kunst ein Kinderspiel in der Frankfurter Kunsthalle Schirn (bis zum 18. Juli) kommt man zu dem Schluss, sie seien so prägend gewesen, dass Felix später zum Theater ging. Plausibler scheinen uns da die Wurfpuppen zum Aggressionsabbau von Alma Siedhoff-Buscher oder die Idee von Andy Warhol, der 1983 eine ganze Ausstellung auf Kinderaugenhöhe hängte. Hier gehört ein mit Fischen tapezierter Raum allein seinen bunten Toy Paintings. Die Schau für die ganze Familie gibt einen hübschen Einblick in die Kunstproduktion für Kinder im 20.

Jahrhundert. Da Spielzeug in Vitrinen die Betrachter aber ähnlich quengelig macht wie Kinder im Museum, gibt's nicht nur Kreisel unter Glas, sondern auch Spielmulden zur Selbstbeschäftigung. Und Tobias Rehberger hat einen quietschbunten begehbaren Gummiband-Wald aufgestellt. Trotzdem scheint die Kindheit in Frankfurt seltsam fern. Allein auf den unfertigen Gesichtern, die Rolf von Bergmann fotografierte, blitzt sie auf. 1979, im International Year of the Child der Vereinten Nationen, machte er seine Porträtfotos und ließ sie von den Kindern mit Wasserfarben bemalen. Schlicht rührend sind diese Bilder und einfach kindgerecht.