Pretiosen im SchlossSeite 2/2

Ganz anders die Atmosphäre am zweiten Ort der Vorbesichtigung, einem früheren Getreidesilo zehn Kilometer entfernt. Dort strahlen viele asiatische Kunstwerke kontemplative Ruhe aus, darunter ein chinesischer Stein-Torso aus der Mitte des 8. Jahrhunderts vor Christus, der auf 50 000 Euro geschätzt ist.

Die großzügigen Restaurierungs- und Produktionsstätten des Unternehmens haben die Prunkstücke der Auktion hergerichtet: zwei u-förmige Walnuss-Boiserien, die im frühen 19. Jahrhundert den französischen Apotheken als Stellfläche für ihre Pülverchen dienten. Sie wurden sehr vorsichtig umgearbeitet, können nun als Bibliotheksregale dienen und kosten zwischen 40 000 und 70 000 Euro.

Vervoordt begann, angeregt von seiner Antiquitäten sammelnden Mutter, schon als 14-Jähriger bei einer Reise nach England, erste kleine Objekte zu kaufen.

Als 21-Jähriger war er bereits Besitzer einer ganzen Häuserzeile in der Antwerpener Altstadt, die er restaurieren und einrichten ließ. Gelegentlich kauft Vervoordt spontan und recherchiert erst anschließend, was es ihm wieder angetan hat: hölzerne Modelle für antike Dachstühle von Kathedralen (bis 12 000 Euro), lederbezogene Schmucketuis für Tiaren und Kronen, Kristalle oder Spazierstöcke - damit kann er beim Dekorieren immer aus dem Vollen schöpfen. Und das können auch Interessenten, nämlich beim Nachverkauf der Auktion oder beim Besuch nach Absprache jeweils montags bis freitags. Denn Vervoordts privates Heim ist zugleich der Sitz seiner Firma (nähere Informationen unter www.christies.com sowie unter www.axel-vervoordt.com).

 
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