Raus aus dem Depot
Hanno Rauterberg: "Kunst mit Nebenansicht" und "Topografie Flick", ZEIT Nr. 19
Berlin stehe mit der Flick Collection ein teures "Danaer-Geschenk" ins Haus, behauptete Hanno Rauterberg kürzlich.
Dieser Meinung kann man sein. Aber nur, wenn man - wie Rauterberg - die Einnahmen verschweigt, nämlich die Eintrittsgelder, die sich nach Schätzungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz auf mindestens 750 000 Euro jährlich belaufen werden. Und wenn man einfach nicht in Rechnung stellen will, dass der Sammler Friedrich Christian Flick den Museumsbau in Höhe von 7,5 Millionen Euro finanziert. Der Präsident der Stiftung, Klaus-Dieter Lehmann, hat denn auch mehrmals betont, dass der Stiftung keine über ihren Etat hinausgehenden Kosten entstehen.
Umso erstaunlicher ist es, dass der Autor nun erneut den Vorwurf erhebt, "viele Steuermillionen" würden bezahlt, um die Flick Collection "zeigen zu dürfen". Außerdem nimmt er übel, dass der Kunstsammler Friedrich Christian Flick seiner dunklen Familiengeschichte eine hellere Seite hinzufügen möchte.
Flick hat immer klargestellt, dass er die Taten seines Großvaters nicht relativieren oder gar vergessen machen will.
Vor allem aber hat er immer klargestellt, dass die Berliner Ausstellung eine Hauptmotivation hat: Kunst aus dem Depot zu holen und dorthin zu schaffen, wo sie hingehört - in die Öffentlichkeit.
Tyll Schönemann, Berlin Pressesprecher Flick Collection
- Datum 13.05.2004 - 14:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 21/2004
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