SACHBUCH

Dorothee Wahl: Lyris - deutschsprachige Dichterinnen und Dichter in Israel -

Beerenverlag, Frankfurt a. M. 2004 -

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171 S., Abb., 29,90 e

"Aus einem Land kann man auswandern, aus einer Sprache nicht", hat Schalom Ben-Chorin einmal gesagt. Und so sind sie aus Deutschland, Österreich, der Bukowina geflohen, ausgewandert, nach Palästina, Israel und haben ihre Sprache mitgenommen: eine kleine Gruppe von Dichtern, die sich einmal in Monat in Jerusalem trifft - der Lyris-Kreis, 1982 gegründet von Annemarie Königsberger, inzwischen ist auch ein katholischer Priester mit von der Partie. Dorothee Wahl erzählt in diesem mit liebevoller Eleganz gestalteten Buch ihre Geschichten und lässt die Lyristen selber zu Wort kommen, in Lebensberichten und bewegenden Gedichten.

Petra Hartmann: "Von Zukunft trunken und keiner Gegenwart voll" - Theodor Mundts literarische Entwicklung - Aisthesis Verlag, Bielefeld 2003 - 323 S., 45,- e

"Es gilt das Leben eines Mannes nachzuzeichnen, der in jungen Jahren einmal zu laut nach Freiheit geschrieen und seitdem einen Bruch in der Biographie hatte", schreibt die Autorin vorweg, und das sollte einen Deutschen von heute doch interessieren! Der Mann, um den es hier geht, heißt Theodor Mundt (1808 bis 1861). Bekannt wurde er rasch als einer der Autoren des Jungen Deutschland, deren Literatur den demokratischen Aufbruch von 1848 vorbereitet hat, und genauso rasch wurde er vergessen, spätestens als alle Erinnerung an 48 ausgelöscht war. Hartmann pinselt keine Heldenikone, sondern beschreibt das Werk eines Enttäuschten, eines Geschichtsenthusiasten, den die Geschichte am Ende selbst betrogen hat.

 
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