Väter Vater mit Heimvorteil

Drei Jahre Elternzeit zu Hause sind das beste Managementseminar der Welt. Warum nur merkt das keiner? Ein Selbstgespräch

Herr Nürnberger, Sie haben vor der Geburt Ihres ersten Kindes Ihren Job gekündigt, um sich ganz der Pflege des Säuglings zu widmen. Das ist jetzt 14 Jahre her. War dieser Entschluss aus heutiger Sicht weise?

Weise war er ganz gewiss nicht. Dass er falsch war, habe ich in den folgenden Jahren mehr als einmal gedacht. Erst jetzt verstehe ich, was damals, vor 14 Jahren, eigentlich abging, und ebendas macht mich heute sicher: Es war richtig. Ich würde es wieder tun.

Und was ging ab?

Wegen meiner heroischen Tat hielt ich mich für einen Supervater. Im Alltag mit dem Kind dagegen erlebte ich mich eher verdrossen. In meinem Baby sah ich weniger ein süßes Etwas, das ich dauernd herzen wollte, als vielmehr ein Päckchen Arbeit, das mich an die Grenze der körperlichen und nervlichen Belastung brachte. Statt eines fröhlich glucksenden Babys hielt ich ein schreiendes Triebbündel in der Hand, das jedem Versuch, es zu zivilisieren, hartnäckig widerstand. Erst heute, wenn ich die Videos von damals angucke, sehe ich, wie süß dieses Bündel damals war, und bedauere, diese Zeit nicht genossen zu haben.

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Da erging es Ihnen nicht anders als vielen Frauen auch.

Ja, schon, aber Frauen sind von Natur aus besser auf die neue Situation vorbereitet und darum einfach die besseren Säuglingspfleger.

Wollen Sie damit etwa sagen: Zurück an den Herd, Frau Doktor?

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