Turbo-Scheine, wie auch Hebel-Zertifikate, gibt es in zwei Varianten: Für Optimisten als Turbo-Bull-Scheine, die auf kurzfristig stark steigende Kurse der zugrunde liegenden Aktie beziehungsweise des zugrunde liegenden Index setzen. Und für Pessimisten als Turbo-Bear-Scheine, die von kurzfristig stark fallenden Kursen profitieren. Tritt die erwartete Kursentwicklung aber nicht ein, dann droht der "Knock-Out". Denn fällt der Kurs einer Aktie beim Bullen-Zertifikat während der Handelszeit an der Börse unter den "Knock-Out-Level", dann verfällt der Turbo-Schein sofort wertlos.

Das ganze Geld weg, nur weil eine Aktie kurzfristig einmal geschwankt hat! Eine schlechte Nachricht, vielleicht gar eine Falschmeldung – und der Totalverlust ist da. Ein Geschäft für Zocker, die den Markt ständig verfolgen, Gewinne realisieren und Verlust sofort begrenzen. Natürlich kann man den ganzen Tag über die Aktienkurse beobachten, aber muss man sich den Zuckungen und Risiken des Marktes in solchem Maß aussetzen?

Turbo-Bear-Zertifikate funktionieren im Übrigen genau umgekehrt wie die Bullen-Variante. Erreicht oder überschreitet der Kurs des Basiswerts den Knock-Out-Level in der Handelszeit, verfällt das Bären-Zertifikat wertlos. Auch hier kommt es zum Knock-Out, wenn die Schwelle nur ein einziges Mal kurz erreicht wird.

Natürlich winkt aufgrund der Hebelwirkung, dass sich mit vergleichsweise wenig Einsatz bei richtiger Markteinschätzung relativ hohe Gewinne erzielen lassen. Das schnelle Geld. Gleichwohl muss, wer gerne Wetten eingeht und sich nicht davon abhalten lässt, Turbo-Zertifikate zu kaufen, unbedingt eines beachten: den Einsatz zu begrenzen. rüp