Index-Zertifikate haben den Ruhm der Zertifikate begründet. Lange bevor es in Deutschland Index-Fonds gab, konnten Anleger bereits exakt an der Entwicklung erst des Dax und später fast aller anderen Aktienindizes partizipieren. Index-Zertifikate vollziehen die Kursentwicklung eines Index fast im Verhältnis eins zu eins nach. Legt beispielsweise der Dax von 4000 auf 4040 Punkte zu, steigt auch ein entsprechendes Index-Zertifikat um genau ein Prozent an. Bei einem üblichen Bezugsverhältnis von hundert zu eins (100 Zertifikate verbriefen den einfachen Index-Wert), wird sich der Wert des Anlagezertifikates von zuvor 40 Euro auf 40,40 Euro erhöhen.

Der Klassiker dient den Zertifikate-Anbietern als Lockvogel, als unschlagbares Angebot. Deshalb werden für Zertifikate auf den Dax, den M-Dax und den Tec-Dax keine Gebühren fällig. Auch der Spread, also die Differenz zwischen dem An- und Verkaufskurs, liegt bei diesen Zertifikaten häufig nur bei einem Cent, manchmal sogar bei null. Bei Index-Zertifikaten handelt es sich um die kostengünstigste Variante, den deutschen Aktienmarkt mit einigen wenigen Investments abzudecken.

Anders sieht dies allerdings schon aus, wenn statt auf deutsche auf europäische Indizes spekuliert wird. Hier fallen Kosten an, die oft gut versteckt sind. Während der Dax als Performance-Index die gezahlten Dividenden im Index-Stand widerspiegelt, handelt es sich bei den meisten europäischen Messlatten um reine Kursindizes. Der Anleger partizipiert zwar an den Kurssteigerungen, die Dividenden fließen aber den Emittenten zu. Und da die Dividendenrendite oft mehr als zwei Prozent beträgt, sind das erhebliche "Gebühren".

Neben den versteckten Kosten ist der einzige Haken das Emittentenrisiko: Wie gut sich der Index auch entwickelt: Ist die Bank pleite, ist das eingesetzte Geld weg.

Seit es in Deutschland Index-Fonds gibt, haben Indexzertifikate deutlich an Attraktivität verloren. Sie bilden vor allem die Basis weit spektakulärer Produkte, die auf den folgenden Seiten erklärt werden. mah