Garantie-Zertifikate kamen 2002 groß in Mode, als auch dem letzten Anleger klar war, dass Aktien auch fallen können. Garantie-Zertifikate bieten Spekulation mit Netz und doppeltem Boden. Mit ihnen können Anleger ohne Kapitalrisiko an einer positiven Entwicklung einzelner Aktien, Branchen oder auch ganzer Regionen teilhaben. Die Standardversion verspricht, am Ende der Laufzeit – in der Regel beträgt diese zwischen vier und acht Jahren – zumindest das eingesetzte Kapital zurückzuzahlen. Andere Varianten bieten statt dieses Vollkaskoschutzes nur die garantierte Rückzahlung von 80 oder 90 Prozent des ursprünglich getätigten Investments. Zugleich partizipiert der Anleger bei diesen Anlagezertifikaten zu einem bestimmten Prozentsatz an den Kurssteigerungen des Basiswertes, auf den sich die Garantie bezieht.

In der Regel bestehen Garantieprodukte aus zwei Komponenten, einer Nullkupon-Anleihe und einer Kaufoption. In die Nullkupon-Anleihe wird dabei genau so viel Kapital investiert, dass ihr aufgezinster Wert am Ende der Laufzeit den Rückzahlungsbetrag ausmacht. Der Rest fließt in die Kaufoptionen und sorgt für die Kursfantasie.

Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus muss momentan ein relativ hoher Anteil in die festverzinsliche Anlage investiert werden, für die Kaufoption bleibt aus diesem Grund nur noch ein kleiner Betrag übrig. Zumindest bei vollständiger Kapitalgarantie fällt die Partizipation an einem möglichen Anstieg des Aktienmarktes derzeit entsprechend gering aus. Selbstverständlich gilt die Garantie nur bis zum Ende der Laufzeit. Zwischenzeitlich kann es durchaus zu erheblichen Verlusten kommen.

Anleger, denen der Vollkaskoschutz zu teuer ist, die aber dennoch gewisse Risiken der Anlage abgesichert haben wollen, sollten sich Bonus-Zertifikate genau anschauen. Diese bieten den vollen Nutzen steigender Kurse und gewissen Schutz bei Kursverlusten. mah