Discount-Zertifikate machen bei weitem den größten Teil des Marktes aus und sind die mit Abstand beliebtesten Anlagezertifikate. Sie sind die ideale Anlageform für eine Seitwärtsbewegung an der Börse, also für Zeiten stagnierender Kurse. Sie beziehen sich meist auf Aktien oder Indizes und ermöglichen eine Risiken reduzierende Beteiligung an einzelnen Unternehmen oder ganzen Marktsegmenten. Im Vergleich zum direkten Kauf einer Aktie erhält der Anleger beim Erwerb von Discount-Zertifikaten einen Preisabschlag (Discount) etwa auf den aktuellen Kurs einer Aktie. Die Höhe des eingeräumten Rabatts hängt dabei maßgeblich von der Schwankungsbreite der Aktie ab sowie der Gewinnbegrenzung nach oben (Cap).

Über die Gewinnbegrenzung wird der Preisnachlass quasi finanziert: Notiert die Aktie am Ende der Laufzeit des Zertifikats oberhalb dieser Begrenzung, bekommt der Käufer nur einen Betrag in Höhe des Caps ausbezahlt. Bekäme er stattdessen die Aktie, könnte er durch deren Verkauf den vollen Kursgewinn realisieren – so aber kommt die Differenz zwischen tatsächlichem Kurs und Cap dem Emittenten zugute. Liegt der Kurs der Aktie auf Höhe des Caps oder darunter, wird dem Käufer das zugrunde gelegte Wertpapier ins Depot gebucht.

Gewinne erwirtschaftet der Anleger somit bei steigenden, stagnierenden und leicht fallenden Kursen – bis zur Höhe des eingeräumten Discounts. Bei stark fallenden Kursen erleidet der Besitzer des Papiers zwar Verluste, diese fallen allerdings geringer aus als bei einem Direktinvestment. Lediglich bei stark steigenden Kursen stellt sich der Investor schlechter als beim direkten Kauf des Basiswerts, da er von Kurssteigerungen über die Begrenzung hinaus abgeschnitten ist.

Ein Beispiel: Bei einem Dax-Stand von 3951 Punkten ist ein Discounter mit einem Bezugsverhältnis von eins zu hundert und einem Abschlag von 7,1 Prozent auf den aktuellen Indexstand für 36,69 Euro zu haben. Der Cap liegt bei 4200 Punkten, die Laufzeit endet im Juni 2005. Steht der Dax am Laufzeitende bei 4200 Punkten oder darunter, erhält der Anleger ein entsprechendes Indexzertifikat in sein Depot gebucht. Während der Dax selbst bei exakt diesem Stand somit lediglich 6,3 Prozent zulegen konnte, springt für den "Schnäppchenjäger" aufgrund des Rabatts ein Zugewinn von 14,5 Prozent heraus.

Erst bei einem Indexrückgang von mehr als 7,1 Prozent, also bei einem Stand des Dax unterhalb von 3669 Punkten, gerät auch der Halter des Discountpapiers in die Verlustzone. "Explodiert" der Index dagegen, beispielsweise auf 5000 Zähler, schneidet ein Direktinvestment besser ab. Am Laufzeitende erhält der Besitzer des Discounters in diesem Fall nur eine Zahlung von 42 Euro und muss sich somit mit den bereits genannten 14,5 Prozent begnügen. Beim Kauf des Index-Zertifikats hätte er dagegen auch vom Anstieg über die 4200 Punkte hinaus profitiert. mah