Themen-Zertifikate sind in der Regel echte Schönwetterprodukte. Eine Branche, ein Trend ist gerade in und lässt sich deshalb gut verkaufen. Natürlich stimmt in solchen Fällen auch der zurückgerechnete Wertzuwachs des Themen-Zertifikates. Wie entsteht am Finanzmarkt ein Trend? Indem Kurse von Internet- oder Neuer-Markt-Titeln oder von Rohstoffwerten einfach über eine längere Zeit steigen. Nur kann solch ein Ergebnis eben nicht einfach linear in die Zukunft fortgeschrieben werden. Ganz im Gegenteil: Hohe Preissteigerungen in der jüngeren Vergangenheit bergen vielmehr die Gefahr, dass der Anleger teuer, mitunter auch viel zu teuer eingekauft hat.

Beispiele gefällig? So büßte das von UBS Anfang Februar 2001 aufgelegte Zertifikat "Neuer Markt Leaders" bis Ende April 2004 genau 92,09 Prozent an Wert ein. Manchmal erinnern die Namen von Themen-Zertifikaten eher an sorgfältig zusammengestellte Mischungen zarten Gebäcks oder besonders edle Pralinen als an Produkte zur Kapitalanlage. So das im Mai 2000 begebene Zertifikat "Wallstreet: online Nemax Finest Select". Doch rettete auch die "feine Auswahl" nicht vor einem Verlust von 90,28 Prozent.

Hinzu kommt, dass der kleine Privatanleger den Wert seiner Themen-Zertifikate nur schwer nachprüfen kann. Denn die Emittenten selbst stellen irgendwelche Indizes zusammen, die in der Regel nicht fortlaufend veröffentlicht werden. Da ist es sinnvoller, auf Zertifikate zu setzen, die sich an Branchenindizes bekannter Anbieter orientieren.

Themen-Zertifikate sollte nur der Anleger kaufen, der sich sicher ist, dass noch viele "Dumme" nach ihm auf den Trend setzen und den lockenden Flötentönen im Verkaufsprospekt der Emittenten ebenfalls folgen. rüp