Über Jahre erfolgreiche Anleger wie der amerikanische Starinvestor Warren Buffet haben ein einfaches Rezept: Sie kaufen nur jene Aktien, deren Geschäftsmodell sie tatsächlich nachvollziehen können, und nur Finanzprodukte, die sie auch wirklich verstehen. Ähnlich sollten auch private Anleger bei zunehmend komplexen Zertifikaten verfahren, bei denen nicht mehr wirklich nachvollziehbar ist, wie sie von den Finanzingenieuren der emittierenden Banken konstruiert wurden, in welchem Ausmaß sie auf Instrumente wie Optionen oder Futures zurückgreifen. Wir nennen diese Zertifikate hier Kombi-Zertifiakte – und private Anleger sollten davon besser die Finger lassen.

Ein Beispiel ist die Espresso-Anleihe der Bayerischen Landesbank. Im Verkaufsprospekt heißt es: "Sollten während eines Betrachtungsjahres alle 25 sorgfältig ausgewählten Aktien an allen zwölf monatlichen Bewertungstagen 80 Prozent des Einstandsniveaus bei Auflegung nicht unterschreiten, wird die Espresso-Anleihe mit 10 Prozent verzinst." Gelingt das in zwei aufeinander folgenden Jahren, gibt es einen dicken Bonus. Fällt dagegen nur eine Aktie während des Betrachtungsjahres um mehr als 20 Prozent, gibt es nur 1Prozent Verzinsung. Fällt eine Aktie in einem Jahr um mehr als 60 Prozent, wird sie entfernt. Fallen zwei oder mehr der sorgfältig ausgewählten Aktien um mehr als 60 Prozent, wird die Aktie herausgenommen, die als Erste unter die Barriere gefallen ist. Dieser Mechanismus soll die "Chance" auf den zehnprozentigen Kupon samt Bonus erhöhen. Noch Fragen?

Wer so etwas liest, sollte eine Grundregel beherzigen: Es gibt nichts umsonst. Wenn ein Haus besonders komplexe Produkte auflegt, so verfolgt es in der Regel nur ein Ziel: Besonders hohe Margen einzufahren. rüp