Während Autohändler ihre neuesten Modelle mit stolzen Worten anpreisen, bleiben Vermögens- oder Anlageberater meist emotionslos. Im Kundengespräch empfehlen sie dann in der Regel nur die Wahl des einen oder anderen herkömmlichen Investmentfonds. Und das, obwohl es bei Finanzprodukten in den vergangenen Jahren gravierende Änderungen und viele Innovationen gab, dazu gehören etwa börsengehandelte Fonds (Exchange Traded Funds, ETFs) oder die in ihrer Vielfalt heute kaum noch überschaubaren Anlagezertifikate. Informationen über die neuen Angebote müssen sich engagierte Investoren daher an anderer Stelle besorgen.

Besondere Bedeutung kommt dabei dem Internet zu. Dort finden sich zahlreiche Tools zur Suche und Auswahl der Finanzprodukte, mit denen sich die eigene Anlagestrategie am besten umsetzen lässt. Auch Wertpapierkurse in Echtzeit, die noch vor einem Jahrzehnt nur von teuren Profisystemen geboten wurden, gehören heute zum Standard.

Um beispielsweise einen Überblick über börsengehandelte Fonds zu erhalten, die sich von ihren nicht notierten Pendants insbesondere durch eine größere Flexibilität beim Ein- und Ausstieg sowie deutlich geringere Transaktionskosten unterscheiden, bietet sich ein virtueller Besuch der Stuttgarter Wertpapierbörse an (Adresse siehe Kasten). Neben ausführlichen Informationen, die bewusst auf Privatanleger ausgerichtet sind, findet sich dort die europaweit größte Auswahl börsengehandelter Fonds. Über das eingebaute Suchprogramm "ETF-Finder" lässt sich zudem für jeden Anlageschwerpunkt der geeignete Investmentfonds leicht herausfiltern.

Deutlich komplexer sieht es bei Zertifikaten aus. Wer als Einsteiger vom Überangebot von Informationen erschlagen wird, kann sich zunächst ausführliche Broschüren über die Internet-Seiten der Emittenten herunterladen. Mit deren Hilfe kann er sich in aller Ruhe mit den wichtigsten Produktgruppen, ihrer Funktionsweise sowie ihren Chancen und Risiken vertraut machen.

Einhellig raten Finanzmarktexperten dazu, anschließend das angelesene Basiswissen zunächst mit Trockenübungen einem ausgiebigen Test zu unterziehen. Am einfachsten funktioniert dies mit Hilfe eines Musterdepots ausgewählter Zertifikate, wie es verschiedene Finanzdienstleister anbieten.

Um sich auch potenzielle Kursverluste bei extremen Schwankungen, etwa von Discount-Zertifikaten, vor Augen zu führen, empfiehlt sich zudem ein Mausklick auf www.citiwarrants.com. Unter "Tools" und dann "Zertifikate Rechner" gibt es die Möglichkeit, Kursentwicklungen des Basiswertes zu simulieren und die resultierende Preisreaktion des Zertifikats zu beobachten. Wer sich dann noch unsicher fühlt, sollte mit kleinem Volumen erste Erfahrungen sammeln.

Vor der ersten Kaufentscheidung sollte man aber wieder das breite Informationsangebot des Internet nutzen, um einen möglichst vollständigen Überblick über alle Zertifikate des gewünschten Typs zu bekommen. Nun hat natürlich kein privater Investor Lust und Zeit, sich durch die Internet-Auftritte der inzwischen mehr als 40 Emittenten zu klicken. Um dennoch einen möglichst umfassenden Überblick über sämtliche Produkte auf einen bestimmten Basiswert zu erhalten, bietet sich der Besuch unabhängiger oder auch werbefinanzierter Finanzportale an. Mit ihrer Hilfe lässt sich nach Eingabe des gewünschten Zertifikatetyps sowie des Basisprodukts in die entsprechenden Suchmasken praktisch jedes in Deutschland handelbaren Zertifikats ermitteln. Neben den Produkteigenschaften werden dabei auch die aktuellen An- und Verkaufskurse angezeigt.

Weitere Details können in der Regel durch einen zusätzlichen Klick auf das jeweilige Wertpapier aufgerufen werden. Meist besteht zudem eine direkte Verknüpfung zur Website des Emittenten, über die noch einmal ausführlich die genauen Ausstattungsmerkmale des ausgewählten Papiers nachgelesen werden können. Da fast kein Zertifikat exakt dem anderen entspricht, sollte von dieser Möglichkeit unbedingt Gebrauch gemacht werden.