die zeit: Herr Benkner, seit Januar treten die Aktienkurse auf der Stelle. Geht die nächste große Bewegung nach oben oder unten?

Axel-Günter Benkner: Schritt für Schritt nach oben.

zeit: Haben Sie keine Angst vor der Zinswende? Es heißt doch immer, wenn die US-Notenbank erst die Zinsen erhöht, ist bei Aktien nichts mehr drin.

Benkner: Die Zinswende kommt. Aber der Zinsanstieg wird langsamer vonstatten gehen und geringer ausfallen als in früheren Zyklen. Zudem wächst die Weltwirtschaft sehr stark, weshalb der negative Einfluss höherer Zinsen vom positiven Einfluss der sich ständig verbessernden Gewinnaussichten der Unternehmen überlagert wird.

zeit: Also rein in Aktien und raus aus Rentenpapieren, die bei steigenden Zinsen auf Verluste programmiert sind?

Benkner: Das kann man so nicht sagen. Ich habe nur das wahrscheinlichste Szenario skizziert. Um für alle Fälle gerüstet zu sein, sollten Anleger für den langfristigen Aufbau ihres Vermögens am besten ein diversifiziertes Portfolio bevorzugen, mit vielen Aktien, aber auch mit Renten- und Immobilienfonds.

Werner Humpert: Dem stimme ich nur zum Teil zu. Auch wir bei der UBS glauben, dass in den kommenden Monaten das große Thema an den Kapitalmärkten die Zinswende sein wird. Deshalb werden sich Renten auf jeden Fall ungünstiger entwickeln als Aktien. Zugleich aber sehen wir auch bei den Aktien keine klaren Kaufsignale.