Wolfgang Urban hätte gewarnt sein können. Doch leider - Pech für den (nun Ex-) KarstadtQuelle-Chef - erschien die neue Studie der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton über Abgänge von Vorstandschefs erst Anfang dieser Woche.

Nach dieser Untersuchung sind 58 Prozent aller im Amt abgelösten deutschen Firmenlenker ehemalige Outsider, die, verbunden mit großen Hoffnungen, ins Unternehmen geholt wurden. Urban, der 2000 antrat und zuvor beim Konkurrenten Metro gearbeitet hatte, war sogar nur knapp die Hälfte der durchschnittlich 7,9 Jahre vergönnt, die deutsche Führungskräfte an der Spitze verbringen. Der Studie zufolge schneiden Firmenchefs, die aus dem Unternehmen selbst kommen, auch in der wirtschaftlichen Performance deutlich besser ab. "Die Vorstellung eines fremden Retters ist Luxus, oder besser, ein teurer Mythos", sagt Klaus-Peter Gushurst, Managing Partner bei Booz Allen Hamilton. Insofern kommt der sorgfältigen Nachfolgeplanung eine große Bedeutung zu - diese sollte aber nach Einschätzung der Personalberatung Spencer Stuart zwei Jahre vor dem Abgang eines Chefs einsetzen. Das Schicksal des bei KarstadtQuelle kurzfristig inthronisierten Christoph Achenbach gilt es somit aufmerksam zu verfolgen.