Sie sind die jüngste Abgeordnete im Bundestag und Studentin. Warum setzen Sie sich für Studiengebühren ein?

Es ist wichtig, dass wir mehr Geld für die Bildung bekommen. Vor allem der Staat muss mehr investieren. Angesichts der schwierigen Haushaltslage müssen wir aber auch über neue Wege nachdenken, um das deutsche Bildungssystem zukunftsfähig zu machen. Deswegen können Studiengebühren unter bestimmten Bedingungen sinnvoll sein.

Wie sollen die Gebühren konkret aussehen?

Es ist entscheidend, dass die Gelder direkt an die Unis fließen und dort für mehr Qualität in der Lehre sorgen. Die Gebühren müssen sozial gestaffelt sein, also ans Einkommen angepasst, und sollen erst nach dem Studium gezahlt werden.

Aber mit dem Geld würden doch nur vorhandene Haushaltslöcher gestopft.

Das kann man verhindern, wenn jeder Student einen Vertrag mit seiner Uni abschließt. Darin wird klar festgelegt, wie viel Geld die Hochschule bekommt und was sie den Studierenden dafür bietet. Die Mittel kommen ohne Umweg direkt den Universitäten zugute, und die Studenten können so eine höhere Qualität einfordern.

Sind Gebühren nicht unsozial?