Jeden Monat warten die Märkte und die Medien gespannt auf die neusten Zahlen des ifo-Geschäftsklimaindex. Geht er dreimal in Folge in eine neue Richtung, gilt dies als untrügliches Zeichen für einen Aufschwung oder eine Rezession - je nachdem, ob der Index zulegt oder abnimmt. Weit weniger bekannt als der Index ist dessen Erfinder, Werner Strigel, der dem Münchner ifo Institut für Wirtschaftsforschung von 1951 an rund 30 Jahre lang angehörte. 1972 entwickelte er aus den Daten des monatlichen ifo-Konjunkturtests den Geschäftsklima-Index, der heute als zuverlässigstes deutsches Konjunkturbarometer gilt. Grundlage ist eine Umfrage, bei der inzwischen 7100 Unternehmen ihre Einschätzung der gegenwärtigen Geschäftslage und ihre Erwartungen für die kommenden sechs Monate äußern. Von Europa über die USA bis nach Taiwan hat diese Methode inzwischen Nachahmer gefunden, oft auch mit persönlicher Unterstützung Strigels. Wie erst jetzt bekannt wurde, ist Strigel am Montag vergangener Woche im Alter von 83 Jahren gestorben. Das ifo erinnerte jetzt an "seinen Gestaltungswillen und seine Initiative", denen das Institut viel zu verdanken habe. "Der Index ist eines seiner ifo-Produkte, die ihn noch lange überdauern werden", so sein langjähriger Kollege Gernot Nerb in seiner Rede auf der Trauerfeier am Montag dieser Woche.