Das scheint überhaupt der Stand der Dinge zu sein, dass wir "immer weniger" verstehen. Diesen Verdacht lässt Calvino, dessen Witz aus dem Bewusstsein der Vergeblichkeit kommt, in einem sehr komischen Disput zwischen einem Rundfunkmann von heute und einem Neandertaler verhandeln. Unnötig zu sagen, dass die Sache eins zu null für den Neandertaler ausgeht, was niemand, der den traurigen Entwicklungsstand des Öffentlich-Rechtlichen kennt, verwundern wird.

Der Neandertaler ist nicht überwunden, nichts wurde überwunden. Nichts wurde besiegt, nichts erreicht. Sobald man das kleinste Ding zu verstehen versucht, tappt man in ein Labyrinth, aus dem man niemals wieder herausfindet. Davon erzählen diese eleganten kleinen Geschichten (von Burkhart Kroeber – mit kleinen Abstrichen – einfühlsam übersetzt). Calvino spaziert durch dieses Labyrinth wie durch einen Lustgarten – er selber hat das schönste Erzähllabyrinth gebaut in seinem epochemachenden Roman Wenn ein Reisender in einer Winternacht . Er hat den Witz, sich zu verirren. Denn: Solange man sich noch verirrt, ist man nicht tot.