An dieser Stelle hatte eine kleine Festrede stehen sollen. Die Love Parade fällt dieses Jahr aus, und die Redaktion der ZEIT war fest entschlossen, das zu begrüßen. Zwar war es noch nicht das endgültige Aus - aber es war ein Anfang. Keine Love Parade 2004, darauf konnte man aufbauen.

Das ganze Spektakel dieser Liebesparade genannten Leibesparade war längst schon technisch überholt. In Zeiten des Internet sollten Voyeure und Exhibitionistinnen im Stande sein, ihre Zusammenkünfte auf eigene Kosten zu organisieren und ohne dabei den Boden öffentlicher Parkanlagen metertief mit Urin zu durchtränken.

Keine Love Parade 2004, das schien uns ein Sieg der Vernunft, marktwirtschaftlicher Prinzipien und der einfachen Regel zu sein, dass die Leute ihren Müll doch bitte schön selbst wegräumen sollen. Und es war zweifellos ein Triumph eines standhaften PDS-Senators mit Namen Harald Wolf über seine Widersacher in CDU und FDP, die diese "Dauersubventionierung einer privatwirtschaftlichen Veranstaltung" (Wolf) offenbar fortsetzen wollen, bis die Veranstalter in Rente gehen.

Leider fiel uns dann eine Zeitungsmeldung in die Hände: Ole von Beust (CDU), Bürgermeister von Hamburg, will "mit großer Sympathie" den Vorschlag prüfen, das Techno-Spektakel nach Hamburg zu holen. Weiß der Mann, wovon er spricht?

Ist er sicher, dass die Kapazitäten der hiesigen Kläranlagen ausreichen?

Vielleicht ist die Love Parade in Berlin doch keine so schlechte Sache.