Es gibt sie noch, die guten Nachrichten aus dem Hause Hans Eichel. Der Regierungsumzug von Bonn nach Berlin hat eine Milliarde Euro weniger gekostet als ursprünglich veranschlagt, meldet Focus und beruft sich auf eine interne Schlussrechnung des Bundesfinanzministeriums. Der Regierungsumzug? Richtig, das war jener endlose Treck von Beamten und Bürokraten, die anno 1999 ihre Reihenhäuser und Vorgärten in Meckenheim oder Sankt Augustin verließen, um hinter dem Planwagen des Kanzlers gen Osten zu ziehen - ein Abenteuer, das der Staat, so hieß es damals, mit großzügigen Bonuszahlungen für jedes mitreisende Kind und Haustier honorierte.

Doch nur fünf Jahre nach dem historischen Ereignis hat das Finanzministerium abgerechnet. Und siehe da: Mehr als zehn Milliarden Euro sollte der Spaß kosten, Neubauten in Berlin inclusive - aber nur 9,2 Milliarden wurden ausgegeben. Ein Schnäppchen. Und möglicherweise ein Grund, unser Bild vom faulen und verwöhnten Staatsdiener zu revidieren. Denn ausgerechnet die zwangsversetzten Beamten haben beim Umzug mehrere hundert Millionen Euro gespart - die Neubauten dagegen kamen teurer als erwartet. Wie konnte das passieren?

Entweder sind die deutschen Beamten tatsächlich besser als ihr Ruf. Das wäre wirklich eine gute Nachricht. Oder sie haben die Immobilienpreise im hoch subventionierten Berlin falsch eingeschätzt. Das wäre weniger gut. Nur eine Erklärung schließen wir aus: dass die Staatsdiener ihren Treck erst teuergerechnet haben, um nun besonders preisgünstig dazustehen.