Zeit der Finsternis.

Laut der hinduistischen Lehre leben wir derzeit im Kaliyuga, dem "dunklen Zeitalter". Im Zeichen der düsteren Göttin Kali nehmen Gottlosigkeit und Gewalt überhand, ebenso wie "Herrscher, die unter dem Vorwand von Steuern und Abgaben ihre Untertanen plündern". Diese erdrückend aktuelle Prognose wird nun von Klimaforschern bestätigt: Ihre Messgeräte registrieren einen deutlichen Rückgang der Sonneneinstrahlung am Erdboden. Seit den fünfziger Jahren verdunkele sich die Welt um zwei bis drei Prozent pro Jahrzehnt, erklärten Geophysiker auf einer Tagung in Montreal. Verantwortlich dafür sei allerdings nicht die Göttin Kali, sondern die Luftverschmutzung. Die Schwebstoffe in der Atmosphäre reflektieren einfallende Sonnenstrahlen zurück ins All und begünstigen die Wolkenbildung. In besonders verschmutzten Gegenden, etwa in Hongkong, würden damit bis zu 37 Prozent der Sonnenstrahlung abgeblockt. Völlig verstanden ist das Phänomen allerdings noch nicht: Die Daten der Messstationen sind nicht überall konsistent.

Außerdem ist die Verdunkelung auch in der Antarktis zu beobachten, über der die Luft vergleichsweise klar ist.

Leben am Asphalt.

Wenn die Unterwasservulkane am Golf von Mexiko erwachen, dann spucken sie nicht nur Lava, sondern auch Asphalt. Rund 400 Kilometer nordöstlich der mexikanischen Hafenstadt Veracruz haben Wissenschaftler auf dem deutschen Forschungsschiff Sonne in 3000 Meter Tiefe asphaltierten Untergrund entdeckt - und auf diesem unerwartet Leben (Science, Bd. 304, S. 999). Röhrenwürmer, Riesenmuscheln, Mikroben und Bakterien bevölkern den Unterwasserparkplatz. Offenbar zapfen sie zum Überleben die im Asphalt gespeicherte chemische Energie an. Denn die sonst übliche Tiefseenahrung Methan und Schwefelwasserstoff hat das harte Pflaster nicht zu bieten.

Ein Stapel Linsen.

Dass die traditionelle Weise, wie Obsthändler Äpfel und Orangen stapeln, tatsächlich die effektivste ist, versuchen Mathematiker seit Jahrhunderten zu zeigen (ZEIT Nr. 34/03). Jetzt haben Physiker der amerikanischen Princeton University demonstriert, dass man M&Ms, Linsen oder Dragees noch effektiver aufeinander schichten kann (Physical Review Letters, 4. Mai 2004): Sie konstruierten eine Schichtung von Ellipsoiden, bei der 77 Prozent des Raums gefüllt werden und jede Linse 14 andere berührt. Die optimale Kugelpackung füllt nur 74 Prozent des Raums, und jede Kugel hat dabei 12 Nachbarn. Dass es nicht noch dichter geht, ist damit allerdings nicht bewiesen.