astronomie Venus kreuzt SonneSeite 3/3

Jahrelang hatte man angenommen, der Effekt des schwarzen Tropfens entstünde aufgrund der dichten Atmosphäre der Venus (andere behaupteten, auch die Erdatmosphäre sei die Ursache). Doch genau so entsteht beim Merkur, der zwölf- bis dreizehnmal in einem Jahrhundert einen solchen Transit beschreibt, ein schwarzer Tropfen – obwohl er keine Atmosphäre hat. Sogar vom Weltraum aus – letztmals 1999 vom Sonnenteleskop Trace (Transition Region and Coronal Explorer) beobachtet – ist der schwarze Tropfen sichtbar.

Mit Hilfe der Trace-Aufnahmen belegte der Amerikaner Jay Pasachoff, dass Merkurs Tropfen im Auge des Betrachters entsteht: bei dem Versuch, den Rand eines Objekts wahrzunehmen, das in Wirklichkeit keinen scharfen Rand hat. Betrachtet man den Sonnenrand, verändert er sich von leuchtend hell zu dunkel – anfangs langsam, dann sehr schnell. Dieser Effekt heißt limb darkening. Was wir als schwarzen Tropfen wahrnehmen, ist tatsächlich die sich schnell verdunkelnde Zone zwischen Venus und dem Rand der Sonne, behauptet Pasachoff. Trace-Aufnahmen vom Venus-Transit könnten diese Annahme nun bestätigen.

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Das Vorbeiziehen eines Planeten vor einem Stern hat seine Bedeutung für die Wissenschaft nicht verloren. Nur wird das Schauspiel jetzt meistens in anderen Sonnensystemen erforscht. Eine Mission ist in Vorbereitung und wird – wie könnte es anders sein? – nach jenem Astronomen benannt, der den ersten Venus-Transit voraussagte. 2007 startet die Kepler-Sonde ins All.

Übersetzung aus dem Englischen von Karen Schmidt

 
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