Interview „Wir werden Kurs halten, auch mit Kerry“
Der Irak-Krieg war richtig. Aber die Besatzung ist ein Fehler. Ein Gespräch mit Richard Perle
die zeit: Sie sind einer der intellektuellen Architekten dieses Krieges. Er läuft nicht gut.
Richard Perle: Das hängt davon ab, was Sie mit „diesem Krieg“ meinen. Ich war viele Jahre lang dafür, Saddam Hussein ohne Krieg zu entmachten, also die Opposition, zumal den Irakischen Nationalkongress, zu unterstützen. Der 11. September überzeugte mich allerdings, dass wir selber agieren mussten – sehr rasch.
zeit: Der Chef des INK, Achmed Chalabi, einst der Hoffnungsträger Amerikas, wurde gerade von US-Truppen in seinem Hauptquartier heimgesucht, wo seine Leute verhaftet und seine Computer beschlagnahmt wurden. Behandelt man so seine Freunde?
Perle: Bestimmt nicht. Das war dumm und kurzsichtig. Die Botschaft nicht nur an die Iraker, sondern auch an andere Araber lautet, dass auf die Amerikaner kein Verlass ist, etwa: Wir werden heute mit dir zusammenarbeiten und dich morgen fertig machen.
zeit: Warum hat Prokonsul Paul Bremer diesen Schlag inszeniert?
Perle: Bremer hat es geschafft, die Befreiung des Iraks in eine Besatzung zu verwandeln.
zeit: Wie das?
- Datum 27.05.2004 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 27.05.2004 Nr.23
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