Malerei Erotik, gut gekühltSeite 2/2

In den frühen vierziger Jahren, als sie eine Baronin Kuffner geworden war und mit ihrem Mann zwischen Beverly Hills und New York hin- und herreiste, gehörten Tyrone Power, Dolores del Rio, Vicki Baum und, so heißt es, Greta Garbo zu den Besuchern ihres Studios und ihrer Soirées. Sie brauchte die Prominenz. Nur einmal hatte sie, die Frau mit dem au fond kühlen Kopf, die Angebote eines ebenso berühmten wie notorischen Exzentrikers zurückgewiesen. Als Gabriele d’Annunzio, der sie zu einem Porträt-Aufenthalt in sein pompöses Anwesen Vittoriale am Gardasee eingeladen hatte, es despotisch ernst meinte bei einem nächtlichen Besuch im Leda-Zimmer, wies sie ihn zurück und suchte das Weite.

Tamara de Lempicka, verwitwete Baronin Kuffner, verbrachte ihre zwei letzten Lebensjahre in Cuernavaca, einer wunderschönen kleinen Stadt in Mexiko. Dort starb sie 1980, ihre Asche wurde auf dem Popocatepetl verstreut. In einer Zeit, in der die Fragen des Stils in einem Einrichtungshaus namens Stilwerk geparkt sind, ist die Begegnung mit ihr und ihren Bildern ein großes, erfrischendes Vergnügen.

Bis zum 30. August; Katalog 25,– £. Vom 15. September bis zum 2. Januar 2005 Kunstforum Wien

 
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