Nuklearwaffen Gesucht: eine AtompolizeiSeite 4/4
Und wenn alles schief geht, wird der G8-Gipfel sogar noch von einem anderen nuklearen Machtspiel überschattet: vom Streit über den Iran. Durch die Computer der IAEA wandert ein vertraulicher Bericht, der moniert, dass Fragen nach der Herkunft hochangereicherten Urans in iranischen Zentrifugen ungelöst sind. Es gibt da unterschiedliche physikalische Fingerabdrücke; die einen deuten auf Pakistan, die anderen (wie erwartet) auf russische Forschungsreaktoren hin. Das macht die Sache nicht einfacher. Und dann gibt es noch die Sorge, eine scharfe Verurteilung Irans könne jene Mullahs stärken, die den Vertrag ohnehin kündigen wollen.
Der Bericht, der der ZEIT vorliegt, spricht beschwichtigend von „guten Fortschritten“. Man müsse bedenken, heißt es dazu in Wien, „dass der Iran mehr Kontrollen zugelassen hat, als er musste, und dass die Europäer dem Land wirtschaftliches Entgegenkommen versprochen – aber noch nichts davon eingelöst haben.“ Eine Milde, die dem amerikanischen Nuklearbeauftragten durchaus missfällt. Der Iran betreibe ein geheimes Atomprogramm, das man nicht ignorieren dürfe, polterte John Bolton. Darauf angesprochen, mokiert sich ein Diplomatenkollege: „Mich erinnert das irgendwie an etwas. Aber gut: Wenn die Amerikaner Beweise für die Existenz eines solchen Programms haben, dann sollten sie die der IAEA zeigen.“
- Datum 03.06.2004 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 03.06.2004 Nr.24
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