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Nach der Klarsfeld-Attacke hat es mörderische Anschläge auf führende deutsche Politiker, auf Staatsanwälte und Unternehmer gegeben. Die Leichtigkeit, mit der die Ohrfeige von Mannheim als ernst zu nehmender politischer Kommentar aus dem Bodensatz der Gesellschaft vorgestellt wurde, beweist nicht nur die Vergesslichkeit mancher Medien, sondern auch ihr neues Selbstverständnis. Ihre Redakteure entsetzt nichts mehr als sinkende Auflagen und niedrige Einschaltquoten. Hier gleichen sie den umfragengebannten Politikern. Was sie miteinander verbindet, ist die gemeinsame Furcht, unpopulär zu sein. So drohen emotionale Bewegungsgesetze der Massendemokratie die Demokratie selbst zu ersetzen. Denn deren Gedeihen beruht nicht auf Anpassung oder auf der Suche nach dem niedrigsten gemeinsamen Unterhaltungsnenner, sondern auf dem Verantwortungsbewusstsein ihres Führungspersonals – Chefredaktionen und Verleger inbegriffen.

Axel Springer empfand bei Gelegenheit Scham über Bild. Solche Empfindsamkeit gibt es in seinem Haus offenbar nicht mehr – darin unterscheidet es sich kaum von anderen. Zurzeit verkauft sich Sozialneid am besten, dicht gefolgt von schlagbereiter Politikverachtung. Wem beides nicht genügt, dem offeriert „der Boulevard“ die Prostitution im Anzeigenteil.

 
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