chancen Allah an der TafelSeite 3/3

„Kontrollieren lässt sich Religionsunterricht nicht“, sagt die Islamwissenschaftlerin Spuler-Stegemann. Auch bei einem überprüften Lehrplan könnten Lehrer immer noch – wenn sie es denn wollten – ihre ganz eigene Sichtweise des Islams vermitteln. Deshalb sind Auswahl und Ausbildung der Lehrer entscheidend.

Sollten in den nächsten Jahren tatsächlich viele Bundesländer einen Islamunterricht einführen, stellt sich so das nächste Problem: Woher sollen die Lehrer kommen? Religionsunterricht als ordentliches Fach in deutscher Sprache setzt akademisch ausgebildete Lehrkräfte voraus. Der Jurist Martin Heckel, der sich ausgiebig mit dem Thema befasste, schätzt, dass man mindestens 4500 Lehrer und Lehrerinnen benötigt. Bislang gab es in Deutschland aber keine Ausbildung, sieht man von wenigen Gastprofessuren ab. Erst vor kurzem hat die Universität Münster ein Centrum für Religiöse Studien eingerichtet, das vom kommenden Wintersemester an auch einen Lehramtsstudiengang für den islamischen Religionsunterricht anbietet. Auch in Niedersachsen hat man mit der Lehrerausbildung begonnen. An der Universität Osnabrück startete dieses Sommersemester eine Weiterbildung für Islamlehrer. Zusammengearbeitet wird dabei unter anderem mit Fakultäten in Wien, Ankara, Kairo und Teheran. Peter Graf, Professor für interkulturelle Pädagogik, leitet das Programm. Ihm schwebt eine „religiös-ethische Erziehung von Muslimen im Westen“ vor. Man dürfe dabei nicht einfach bestehende Konzepte der religiösen Erziehung importieren, sagt er, sondern müsse sie der Umwelt Europas anpassen. Der Religionsunterricht solle so zu einem Ort des Dialogs werden.

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Schaut man sich den Unterricht von Ömer Aslangeçiner in Lehrte an, hat man das Gefühl, dass es mit dem Austausch der Religionen eigentlich schon ganz gut funktioniert: Auf dem Lehrplan stehen gleich nach Hadsch und Ramadan auch Weihnachten, Ostern und Pfingsten.

 
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