Kino Unnötige HeldenSeite 2/2

Zwei Fahrer wie ein altes Ehepaar

Aus all dem hätte ein kitschiger, pathetischer Appell an Leidensbereitschaft, Willenskraft und andere, letztlich soldatische Tugenden werden können, die im Sport sublimiert werden. Dass der Film noch die Kurve kriegt, verdankt er seinen Hauptdarstellern. Sie heißen nicht wie überall anders Ullrich und Armstrong; dieses Duell sieht man nur aus der Ferne. Danquart hat auf die Zimmergenossen Erik Zabel und Rolf Aldag gesetzt, ein altes Ehepaar des Radsports, das beim Beine rasieren nicht mehr die Tür zumacht und um die Fernbedienung streitet. Der schnodderige Berliner und der knochentrockene Westfale schwadronieren irgendwo zwischen dem Verrückten Paar von Matthau/Lemmon und Waldorf/Stadler, den alten Grantlern aus der Muppet Show , herum: selbstironisch und doch kokett, wohl wissend, dass das hier ihre Show ist.

Ein halbes Jahr hat Danquart an seinem Material herumgeschnitten, bis daraus die große Erzählung wurde. Sie gibt keine letztgültige Antwort auf die Frage, warum die Fahrer sich das alles antun und wieso wir von ihren Leistungen so fasziniert sind. Er zerrt uns einfach hinein in das Drama der unnötigen Helden. Aber Helden sind sie dennoch.

 
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