Die beste Zeit für uns Männer ist der Sommer. Erstens muss man sich heute nicht mehr schämen, nur dann eine Badehose zu tragen, wenn ein T-Shirt den Wohlstandsbauch bedeckt, das machen nämlich alle so. Und zweitens: Im Sommer wird gegrillt. Rohes Fleisch. Rote Würste. Offenes Feuer. Das ist männlich.

Das ist archaisch. Das ist Blödsinn?

Ist es nicht, sagt die Freiburger Soziologieprofessorin Nina Degele. Den Kollegen der dpa hat sie pünktlich zum Beginn der Grillsaison bestätigt, was alle Männer längst schon wussten. Am Rost, da werden Urinstinkte geweckt. "Am Grill hantiert man mit der Beute, die mit eigenen Händen in freier Natur zubereitet wird", sagt Degele. Und wer Feuer anzünde, "der steht in der Sozialhierarchie ganz oben". Wurscht, wenn dann das Fleisch anbrennt.

So wie bei Angela Merkel. Die steht in der Hierarchie der Republik womöglich bald ganz oben - gerade weil sie essensmäßig schon mal schwarz sieht. Die CDU-Chefin mit dem ausgeprägten Hang zur Kontaktpflege per Handy verschickt ihre SMS sogar beim Kochen, und dabei, so Merkel, könne es durchaus vorkommen, "dass die Rouladen anbrennen". Noch mache sie beim Simsen ja "ziemlich viele Rechtschreibfehler", gestand Merkel bei Johannes B. Kerner im ZDF, aber "ich bin einfach flink und kenne mich aus". Frauen und Technik? Los Männer, zurück an den Grill.