Zugegeben, die Wortspiele mit Gegen die Wand kann man schon nicht mehr hören. Und im Grunde ist es auch müßig, nach weiteren Kinokatastrophenmetaphern zu suchen, denn die nüchternen Tatsachen sprechen für sich: Die Hamburger Kultursenatorin Karin von Welck wird die Filmförderung um glatte 50 Prozent, von 7 auf 3,5 Millionen Euro kürzen. Mit diesem Kahlschlag wäre der Filmstandort Hamburg erledigt. Auf dem Spiel stehen nicht nur ein paar Filme mehr oder weniger (was schon schlimm genug wäre). Es geht auch um Schneideräume, Kopierwerke, Tonstudios, Kleinproduzenten, um eine produktionstechnische Struktur und ihre Angestellten und freiberuflichen Mitarbeiter, kurz: um einen ganzen Berufsstand, der auf halbwegs regelmäßige Aufträge angewiesen ist und eine solche Kürzung sehr wohl als Signal zur Abwanderung verstehen wird. Die beschlossenen Kürzungen werden tief ins Image einer Stadt schneiden, in der man gern den Berliner Zentralismus beklagt.

Wenn die Hamburger Kulturpolitik nun gerade einen Wirtschaftszweig in die Katastrophe stürzt, der dem erfolgreich entgegentritt - etwa mit Filmen wie Fatih Akins Gegen die Wand -, desavouiert sie sich selbst. Anders als die Kultursenatorin behauptet, ist diese Entscheidung nicht einfach nur aus der Not geboren, sondern Ausdruck einer klaren Gewichtung. Lieber versetzt man Hamburg als Filmstadt den K.-o.-Schlag, als etwa am mit 30 Millionen bezuschussten Marinemuseum mit der Sammlung Tamm ein paar Euro zu sparen.

Schiffsmodelle und maritime Devotionalien - der Geist einer solchen Kulturpolitik ist provinzieller, als die Stadt verdient hat.