Herr Hödl, können sich die Universitäten aus der Finanzmisere befreien, wenn sie ihre Erfindungen patentieren lassen und richtig vermarkten?

Zumindest können sie die Finanzmisere lindern. Wenn Unternehmen dafür zahlen, dass sie Erfindungen und Ideen von Professoren nutzen, kann sich das Budget einer Hochschule um bis zu fünf Prozent erhöhen. Beispiele aus den USA zeigen das.

Das wäre ein stattliches Haushaltsplus für die Universitäten.

Ja, genauso viel bringen etwa Studiengebühren: Seit deren Einführung in Österreich wird das Budget etwa der Technischen Universität Graz zu gut sechs Prozent daraus bestritten. In Österreich zahlt jeder Studierende seit einiger Zeit 730 Euro pro Jahr – von ähnlichen Summen ist auch in der Diskussion in Deutschland die Rede.

Gegen Studiengebühren gehen Studenten auf die Straße. Über Patente als Einnahmequelle redet dagegen niemand. Warum?

Die Universitäten waren bislang nicht gezwungen, sich diese Geldquellen zu erschließen. Professoren haben geforscht, ohne sich Gedanken über die Vermarktung zu machen. Dabei sind Patente genauso eine Dimension der Hochschulfinanzierung wie staatliche Zuweisungen, Forschungsgelder der Wirtschaft oder Schenkungen. Ich bin gegen Studiengebühren, spreche mich aber für die stärkere Nutzung von Patenten aus.

Warum sträuben sich Wissenschaftler gegen diese Vermarktung?