Wenn sich der Diktator Saddam Hussein unpässlich fühlte, rief er Ijad Allawi an. Allawi ist Neurologe und konnte Saddam sicher kompetente Auskunft geben. Immerhin war er in Großbritannien ausgebildet worden, und sosehr man im Irak auch die ehemalige Kolonialmacht verabscheuen mochte, ihre Universitäten schätzte man. Allawi war nur gelegentlich "Berater" Saddams und nur für kurze Zeit. 1970 verließ er den Irak. Da war er gerade einmal 25 Jahre alt. In London schloss er sich der Opposition an. Saddam ließ ein Attentat auf ihn verüben, bei dem Allawi schwer verletzt wurde. Der Mediziner war in den neunziger Jahren an einem Putschversuch beteiligt, der kläglich scheiterte. Daraus gewann der säkuläre Schiit die Erkenntnis, dass man einen starken Freund von außen brauchen würde, um den Diktator zu stürzen. Allawi fand ihn bei der CIA und dem britischen MI-6. Der Mann ist ein Realist.

Dementsprechend will er als Ministerpräsident des Iraks den Neuaufbau auch mit Mitgliedern der Baath-Partei und Angehörigen der Armee betreiben - sofern sie unbelastet sind.