Nonnen gegen Bush.

Der Folterskandal von Abu Ghraib lässt Amerika so schnell nicht los. Nachdem sich der amerikanische Präsident bereits vor Wochen gegenüber den Irakern entschuldigt hatte, meldet sich nun in Amerika eine Gruppe zu Wort, die an der Aufrichtigkeit George Bushs zweifelt: die religiöse Linke. Eine katholische Nonne, ein protestantischer Minister und ein Rabbi haben gemeinsam einen TV-Spot aufgenommen, in dem sie der islamischen Bevölkerung ihr tiefes Mitgefühl ausdrücken - mit arabischen Untertiteln. Schwer zu sagen, ob es sich bei der Aktion um eine professionelle Anti-Bush-Kampagne handelt oder doch eher um einen privaten Versuch, das Ansehen der Amerikaner zu retten. Unterstützt wird die Gruppierung mittlerweile von Tausenden Americans of faith - die religiöse Linke jedenfalls ist offensichtlich wieder erwacht und macht ihren rechten Gegenspielern Konkurrenz. Denn unter den republikanischen Kirchgängern findet Bush seine Vertrauten, die ihm auch in schweren Stunden die Treue halten.

Nackte gegen Autos.

Stellen Sie sich vor, Sie sind mit dem Auto unterwegs und Ihnen kommt eine Horde nackter Fahrradfahrer entgegen. Genau das passierte am Wochenende zahlreichen Madrilenen: Dutzende Zweiradfans demonstrierten in der spanischen Hauptstadt gegen die nationale Verkehrspolitik - und das eben unbekleidet.

Fußgänger und Radfahrer stünden dem Auto "nackt" gegenüber, hieß es in der Begründung für die außergewöhnliche Protestaktion. Mit der "Fahrradtour der Nackten" forderten die Teilnehmer mehr Ausgewogenheit in der Verkehrspolitik und mehr Rücksichtnahme. Ziemlich erstaunt über den Anblick muss auch ein Madrider Taxifahrer gewesen sein: Er stieß vor Schreck frontal mit einem der Demonstranten zusammen. Der wurde trotz fehlender Schutzkleidung aber nur leicht verletzt.

Ausgezeichnet.

ZEIT-Redakteur Marcus Rohwetter hat mit seiner Reportage Das weiße Gold im Beringmeer (ZEIT Nr. 12/04) den dritten Platz im Journalistenwettbewerb "Packende Wirtschaft" erreicht. Der Wettbewerb wird jährlich vom Informationszentrum Weißblech, den VDI Nachrichten und dem nordrheinwestfälischen Wirtschaftsministerium ausgeschrieben. Den ersten Platz belegte Harald Willenbrock von brand eins, Platz zwei Mechthild Müser vom Südwestrundfunk.