Sanofi will Aventis übernehmen, was speziell bei der deutschen Belegschaft des Pharmakonzerns lange auf Widerstand stieß. Inzwischen stellte Sanofi-Chef Jean-François Dehecq seine Wunschkandidaten für den künftigen Vorstand vor, und dies soll wohl ein Versöhnungsangebot sein: 10 der 18 Führungskräfte kommen von Aventis, 6 stammen sogar aus den Reihen der alten Hoechst AG.

Damit wären die Hoechster künftig stärker vertreten als im Vorstand von Aventis, dem Unternehmen, das 1999 durch die Fusion mit dem französischen Wettbewerber Rh'ne-Poulenc entstand.

Überraschend ist die Sympathie des Sanofi-Chefs für Heinz-Werner Meier, der künftig als Deutschland-Chef fungieren soll. Bei Aventis hatte sich Meier im Frühjahr zur Speerspitze des Widerstands gemacht. Auf den Protestdemos war er als Personalvorstand und Mitglied der deutschen Geschäftsführung als Redner hervorgetreten. Als sich die Einigung dann abzeichnete, handelte er mit dem Aventis-Betriebsrat in Frankfurt schnell noch einen "Beschäftigungspakt" aus.

"Sanofi braucht einen Deutschen, der mit den Gewerkschaften kann", urteilt ein Branchenkenner. Schon bei seiner letzten Beförderung kam Meier seine Nationalität zugute. Bei Aventis war er im Vorstand zunächst gar nicht vorgesehen, doch als der Chef Jürgen Dormann in den Aufsichtsrat wechselte und ein weiteres deutsches Vorstandsmitglied plötzlich verstarb, rückte Meier unversehens auf.