Treibsand ist nicht trocken, sondern stets nass. Und dass er Menschen und Tiere „verschlingt“, ist tatsächlich ein schlechtes Filmklischee.

Wenn Sand feucht wird, dann wird er zunächst einmal stabiler und fester – deshalb kann man überhaupt Sandburgen bauen. Ab einer bestimmten Sättigung mit Wasser aber kann der Sand unter gewissen Umständen anfangen, sich wie eine Flüssigkeit zu verhalten – das ist Treibsand.

Unter normalen Umständen sinken die Sandkörner in einem derart gesättigten Schlick auf den Boden. Damit sie in der Schwebe gehalten werden, muss eine Kraft auf sie wirken – das kann etwa im Wasser eine Strömung von unten nach oben sein oder auch ein Vibrieren des ganzen Untergrundes bei einem Erdbeben. Dann kann sich ein gerade noch fester Untergrund plötzlich in eine schwammige Masse verwandeln und ganze Häuser einstürzen lassen.

Wem tatsächlich einmal das Missgeschick passiert, in Treibsand zu geraten (oder auch in frischen Beton zu plumpsen), der muss hauptsächlich Ruhe bewahren. Die „Flüssigkeit“ ist nämlich etwa doppelt so dicht wie Wasser und trägt daher den menschlichen Körper sehr gut. Allenfalls panisches Gezappel kann dazu führen, dass man tiefer einsinkt – den gefürchteten „Sog“ gibt es nicht. Wer langsame Paddelbewegungen macht und sich auf den Rücken legt, der kann auf dem Treibsand treiben und sich schließlich befreien. Christoph Drösser

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