Urzeitlers Müslisnack.

Als Bauer wurde der Mensch sesshaft. 10 000 Jahre vor Christus begann er in Südwestasien mit der Kultivierung von Getreide. Doch auf den Geschmack kam er weit früher, glaubt der Anthropologe Ehud Weiss aus Harvard. Mit englischen und israelischen Forschern hat er Getreidereste aus der Steinzeitsiedlung Ohalo II in Israel untersucht (PNAS, Online Early Edition, 21. Juni). Demnach haben Menschen schon vor 23 000 Jahren Körner von Wildgras, wildem Weizen und Gerste gesammelt und sich in mageren Zeiten damit den Bauch voll geschlagen.

Die kleinkörnigen Arten wurden im Lauf der Jahrtausende von anderen Sorten aus dem Speiseplan verdrängt. Die frühen positiven Erfahrungen mit dem Körnersnack, vermutet Weiss, haben den Menschen dazu inspiriert, es mit der Züchtung von Getreide zu versuchen.

Lebendes Fossil.

Vor 350 Millionen Jahren waren in den Ozeanen die so genannten Seedrachen unterwegs, 100 Millionen Jahre vor den ersten Dinosauriern. Jetzt haben Forscher der brasilianischen Universität Rio Grande eine neue Unterart dieser Urknorpelfische entdeckt: Hydrolagus matallanasi lebt in 700 Meter Tiefe vor der Küste Brasiliens. Dort fristet er in völliger Dunkelheit sein Dasein - als lebendes Fossil. Seit 150 Millionen Jahren hat sich das Tier kaum verändert. Schon anno dazumal hatte sich der 40 Zentimeter lange Winzling - andere Seedrachenarten sind meist doppelt so lang - perfekt an seine Umwelt angepasst: Mit Hilfe hochspezialisierter Sinnesorgane kann er andere Tiere anhand ihrer elektrischen Felder orten. Und seine großen Augen nehmen selbst schwächste Lichtquellen wahr.

Kraft dank Muskel-Gen.

Die Mutter war professionelle Athletin. Auch der Sohn machte einen auffallend robusten Eindruck. Die muskulösen Arme und Beine des Jungen fielen dem Neurologen Markus Schülke von der Berliner Charité sofort auf. Das Kind hatte doppelt so viel Muskelmasse wie Gleichaltrige. Grund für die kräftige Statur ist offenbar eine Mutation im Erbgut, die das so genannte Myostatin-Gen stilllegt (New England Journal of Medicine - 24. Juni). Dass Genmutationen das Muskelwachstum anregen können, war zuvor schon bei Mäusen und Rindern beobachtet worden. Nach der Entdeckung des Phänomens beim Menschen hoffen die Wissenschaftler auf Therapien gegen Muskelschwund. Mancher Sportfunktionär dürfte allerdings schon beginnen, vom gengedopten Superathleten zu träumen.