esoterik Schrei nach StilleSeite 9/10
Stille.
"Wie fühlst du dich gerade?", fragt Hübl.
Die Frau erleidet einen Heulkrampf. Die anderen schweigen. Die Stuhlnachbarin nimmt die Frau in den Arm.
"Sollen und Müssen macht dich unfrei", sagt Hübl nach einer Weile, "dann fließt die Energie nicht mehr."
Die weinende Frau nickt heftig.
"Macht das Sinn? Resoniert das in dir?"
Die anderen nicken. "Du" heißt "ihr", "ihr" heißt "wir". Wenn er zu einem spricht, spricht er zu allen. Thomas Hübl rät nichts, er sagt nicht, was jemand tun soll. Er ist kein Therapeut und kein Lebensberater. Dafür ist er zu jung. Er ist 32, und nach Lage der Dinge ist es so, dass nicht er es ist, der spricht. ES spricht durch ihn. Es ist dieses ES, das diffus ist und unbestimmt. Man kann es weder erfassen noch definieren. Jede Begrifflichkeit scheitert daran. Man muss das ES erfahren. Das ist leichter gesagt als getan.
- Datum 24.06.2004 - 14:00 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | Auf einer Seite lesen
- Quelle (c) DIE ZEIT 24.06.2004 Nr.27
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







