Lernen Wer macht die Schule klug?Seite 9/10
Stern: Aber wir müssen auch zum Teil umstruktieren. Menschen, die keine Physik gelernt haben, antworten auf die Frage „Warum setzt ein geworfener Ball seine Bewegung nicht geradlinig fort, sondern fällt auf den Boden?“: „Er hat die Energie, die man ihm gegeben hat, verbraucht.“ Mit solchen Alltagserklärungen darf man sich im Physikunterricht nicht zufrieden geben.
Sie sind beide Bildungsoptimisten. Welches sind für Sie die nächsten Schritte zur Verbesserung der Schule?
Spitzer: Mehr Freiheit und Verantwortung für die Einzelschule und für die Lehrer. Nicht nur vormittags unterrichten, sondern gute Bildung klug über den Tag ausdehnen. Und man muss den Lehrern die Angst nehmen, die mit neuen Freiheiten einhergeht. Wir brauchen Lehrer, die sich selbstbewusst als Spezialisten fürs Lernen empfinden und ihre Methodik beherrschen.
Stern: Damit Lehrer mit der neuen Freiheit umgehen können, müssen wir institutionelle Bedingungen schaffen, dass Lehrer sich besser austauschen können. Dass sie mit Lehr-Lern-Forschern und mit Fachdidaktikern zusammenarbeiten. Da müssten wir alle freien Ressourcen investieren.
Spitzer: Und Lehrer brauchen ein Büro in der Schule, wo sie ansprechbar sind, in das sie sich aber auch zurückziehen können.
Stern: Das weiß man auch ohne Hirnforschung.
- Datum 01.07.2004 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 01.07.2004 Nr.28
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