20. Juli 1944 »Das Wichtigste: Unser Führer lebt«Seite 19/27

Es war den Soldaten verboten, längere Zeit in der Bordellstraße herumzuflanieren. Es wimmelte dort aber von Soldaten. Die schmale Gasse hatte Ausgänge nach beiden Seiten. Diese galt es dicht zu machen, was unbemerkt gelang. Wer wollte, konnte immer noch in einem Etablissement verschwinden. Die Mädchen keiften, weil ihnen das Geschäft verdorben wurde. Um die Straße zu räumen, forderte ich im Kommandoton auf: »Also – jetzt – entweder rein oder raus!« Die meisten zogen erst einmal vor, die Straße zu verlassen. Als wir eine Zeit später wieder vorbeikamen, war alles genauso voll wie zuvor.

Friedrich P. Reck-Malleczewen (1884–1945), Malleczewen/Ostpreußen

Ah, wirklich also? Ein wenig spät, ihr Herren, die ihr diesen Erzzerstörer Deutschlands gemacht habt, die ihr ihm nachliefet, solange alles gutzugehen schien, die ihr, alle Offiziere der Monarchie, unbedenklich jeden von euch gerade verlangten Treueid schworet, die ihr euch zu armseligen Mamelucken des mit hunderttausend Morden, mit dem Jammer und dem Fluch der Welt belasteten Verbrechers erniedrigt habt und ihn jetzt verratet, wie ihr vorgestern die Monarchie und gestern die Republik verraten habt. (4)

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Siegfried H., Krakau

Es ist weit nach Mitternacht, aber ich kann keinen Schlaf finden nach allem, was ich am 20. Juli erlebt habe. Dieser Tag wird mir wohl ewig im Gedächtnis bleiben.

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