Theater-Spezial Unsere traurigen BerserkerSeite 4/4

Goethe schrieb über Shakespeare: »Seine Pläne sind, nach dem gemeinen Stil zu reden, keine Pläne, aber seine Stücke drehen sich alle um den geheimen Punkt (den noch kein Philosoph gesehen und bestimmt hat), in dem das Eigentümliche unsres Ichs, die prätendierte Freiheit unsres Wollens, mit dem notwendigen Gang des Ganzen zusammenstößt.«

Das Eigentümliche unseres Ichs hat im neuen deutschen Theater den Zusammenstoß mit dem Gang des Ganzen immer schon hinter sich: Es ist von ihm überrollt und nahezu ausgelöscht worden. Soeben rappelt es sich mit den Symptomen des schweren Gedächtnisverlustes wieder auf. Es hat keine Zukunft, es hat keine Vergangenheit. Es sitzt im Gefängnis des Augenblicks. Aber vielleicht, vielleicht bricht es schon morgen aus.

 
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